Kunst ~ Arte

Joan Hernández Pijuan in der Galerie Dittmar

Ausstellung / Exposición | 11. September bis 9. November 2019 | Galerie Dittmar | Auguststraße 22, 10117 Berlin | www.galerie-dittmar.de

11. September bis 9. November 2019 | Galerie Dittmar | Auguststraße 22, 10117 Berlin | www.galerie-dittmar.de

Ornamental sobre terra de Siena, 1996, Öl auf Leinwand, 145 x 162 cm

Joan Hernández Pijuan wurde 1931 in Barcelona geboren. Seit 1967 Beteiligung an den internationalen Überblicksausstellungen zur spanischen Kunst. Teilnahme an den Biennalen in Venedig 1960 und 1970. 1989 Professur an der Fakultät der Schönen Künste der Universität Barcelona. Auf der Weltausstellung in Sevilla 1992 repräsentativ vertreten im Spanischen Pavillon. 1993 umfassende Werkübersicht im Museo Nacional Reina Sofía in Madrid. In der Folge zahlreiche internationale Museumsausstellungen. Festigung seines Ranges als einer der bedeutendsten spanischen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Metropolitan Museum und das Museum of Modern Art, New York, erwerben Arbeiten. 2005, im Jahr des Todes des Künstlers, Sonderpräsentation mit Agnes Martin auf der 51. Biennale in Venedig.

Das Werk von Hernández Pijuan entwickelte sich etwas abseits der Hauptströmungen der Avantgarden. Im Zuge des schrittweisen reflektierenden Vorgehens wird für den Künstler die Landschaft der zentrale Bezugspunkt. Im Vordergrund steht die Überlegung, den Raum aus der Anschauung und der Malerei zu gewinnen – „…es wäre der offene Raum einer belebten Landschaft, nicht der nachahmende Raum, sondern ein Raum als lebendiger Bestandteil des Bildes“ (Hernández Pijuan). Zum Landschaftsraum als malerische Erscheinung gehört das zeichnerische Motiv, der Gegenstand als elementare Form in zeichenhafter Reduktion und in Beziehung zu diesem Raum. So entsteht eine Interaktion von Dargestelltem und der Fläche als Raum.

Aus dieser Verschränkung der malerischen und motivischen Ebene ergibt sich auch die parallele und eigenständige Entwicklung der Arbeiten auf Papier. Es handelt sich um einen dialogischen, sich gegenseitig befruchtenden Prozess zwischen den Medien. Farblich herrschen erdige, gedeckte Töne vor. Zudem gewinnt das Weiß, als lichthaltige Essenz des Raumes, an Bedeutung, „… eine Farbe, die mich besonders ansprach, auch in ihrem abweisenden Charakter und weil ihr alles Nachahmende fehlte und weil sie am Anfang des Spektrums steht“ (Hernández Pijuan).

2007 gab die Galerie einen Katalog zu Hernández Pijuan heraus, der neben einem Text zur Zeichnung einen Essay des amerikanischen Philosophen und Kunsttheoretikers Arthur C. Danto enthielt, der vor dem Hintergrund der amerikanischen Malerei den besonderen Rang von  Hernández Pijuan herausstellte. 2014 erschien ein zweiter Galeriekatalog von 128 Seiten mit einer ausführlichen kommentierten Biographie.

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