Bühne ~ Artes escénicas Berlin März 2020

The Scarlet Letter / La Letra Escarlata · FESTIVAL CANCELADO / FESTIVAL ABGESAGT

Von Angélica Liddell (Madrid), Gastspiel im Rahmen von FIND 2020, Schaubühne Berlin

FESTIVAL CANCELADO / FESTIVAL ABGESAGT

Schaubühne, Berlin, 19.-21.03.2020

en español más abajo

von Angélica Liddell
Regie, Bühne, Kostüme: Angélica Liddell

Auf Spanisch, Italienisch und Portugiesisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Gastspiel im Rahmen von FIND 2020

Der Künstler als Paria: Abschaum der Gesellschaft, an den Rand getrieben und öffentlich gebrandmarkt. Seine Werke, von einer Diktatur des Puritanismus als unmoralisch und zersetzend verstoßen, werden verboten und verbrannt. In dieser dystopischen und doch beängstigend vertrauten Welt siedelt die spanische Autorin, Regisseurin und Performerin Angélica Liddell ihre neue Arbeit »The Scarlet Letter« an. Mehr denn eine Réécriture ist es eine freie Antwort auf den berühmten Roman von Nathaniel Hawthorne und seine puritanische Welt im Amerika des 19. Jahrhunderts. Ehebrecherinnen wurde dort mit glühenden Eisen ein »A« – für »Adulteress« – in die Haut gebrannt. Liddell skizziert in ihrem Gegenentwurf eine moderne Un-Welt, gleichermaßen aus Elementen der kunstfeindlichen Diktatur aus Bradburys »Fahreinheit 451« wie aus Facetten unserer durchökonomisierten, durchrationalisierten, zugleich aber auch paradox durchmoralisierten Gegenwart, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit selbst zu einer Dystopie entwickelt und die jede unbequeme künstlerische oder philosophische Kultur stigmatisiert. Heute steht das scharlachrote »A« daher für »Artist« – aber auch für »Artaud« oder »Althusser«. Und nicht zuletzt für: »Angélica«. In ihrem wilden Plädoyer für die Schönheit und Freiheit der Kunst gegen Moral und Anstand sucht die Künstlerin im Anstößigen und Tabuisierten nach dem subversiven Potenzial zu einem Bruch mit der totalitären Struktur.

Angélica Liddell (*1966, Figueres) gründete 1993 das Atra Bilis Teatro, mit dem sie über 20 Produktionen realisierte. Ihre Stücke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u. a. ins Französische, Englische, Russische, Deutsche, Portugiesische und Polnische. 2012 wurde sie für »La casa de la fuerza« mit dem Premio Nacional de Literatura Dramática ausgezeichnet. 2013 erhielt sie den Silbernen Löwen bei der Biennale in Venedig und wurde 2017 zum Chevalier des Arts et Lettres ernannt.

Foto: Bruno Simao

Sounddesign und Video: Antonio Navarro
Licht: Jean Huleu

Mit: Joele Anastasi, Peer Tiago Costa, Julian Isenia, Angélica Liddell, Borja Lopez, Tiago Mansilha, Daniel Matos, Eduardo Molina, Nuno Nolasco, Antonio Pauletta, Antonio L. Pedraza, Sindo Puche. Statist_innen: Thomas Carignon, Filomen Troullier

Dauer: ca. 105 Minuten

Koproduktion: Centre Dramatique National Orléans, La Colline – Théâtre National (Paris), Teatros del Canal (Madrid) Kooperation: Teatro Nacional D. Maria II (Lissabon), BoCA – Biennial of Contemporary Arts (Lisbon/Oporto/Braga)
Die Acción Cultural Española (AC/E) unterstützt das Festival mit dem Programm zur Internationalisierung der Spanischen Kultur (PICE).

FIND wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

LA LETRA ESCARLATA

El artista como paria: escoria de la sociedad, marginado y marcado. Sus obras, rechazadas por una dictadura del puritanismo como inmorales y corrosivas, son prohibidas y quemadas. Es en este mundo distópico pero espantosamente familiar donde la autora, directora e intérprete española Angélica Liddell sitúa su nueva obra „La Letra Escarlata“. Más que una reescritura, es una respuesta libre a la famosa novela de Nathaniel Hawthorne y su mundo puritano en la América del siglo XIX. Allí, las mujeres adúlteras eran marcadas con hierro candente con una „A“ – de „Adúltera“ – en la piel. En su contraproyecto, Liddell esboza un no-mundo moderno, compuesto a partes iguales por elementos de la dictadura anti-artística del „Fahreinheit 451“ de Bradbury y por facetas de nuestro presente completamente economizado, racionalizado, pero al mismo tiempo paradójicamente también moralizado por completo, que con una velocidad vertiginosa se convierte en una distopía y que estigmatiza toda cultura artística o filosófica incómoda. Hoy en día la „A“ escarlata significa „artista“, pero también „Artaud“ o „Althusser“. Y no menos para: „Angélica“. En su salvaje alegato por la belleza y la libertad del arte contra la moral y la decencia, la artista busca en la ofensiva y el tabú el potencial subversivo para romper con la estructura totalitaria.

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