Berlin Film ~ Cine März 2020

***CANCELADO / ABGESAGT*** La Factoría Querejeta. Elías Querejeta und das spanische Kino, 1963 – 1998

Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir um Verständnis dafür, dass die Vorführungen im Zeuhauskino bis auf Weiteres entfallen.

Elías Querejeta, einer der einflussreichsten Produzenten des spanischen Films, ist hierzulande weitgehend unbekannt – anders als einige seiner Filme, die auf interationalen Filmfestivals Premiere feierten und oft ausgezeignet wurden. Vor allem seine in Zusammenarbeit mit Carlos Saura entstandenen Arbeiten wie La caza oder Cría cuervos weden auch in Deutschland als wichtige Werke des modernen spanischen Films geschätzt.

Neben seiner Tätigkeit als Produzent war Elías Querejeta bei nicht weniger als 22 Filmen als Co-Autor beteiligt. Anfang der 1960er Jahre versammelte er Gleichgesinnte um sich, mit vielen arbeitete er über ein Jahrzehnt zusammen. 1963 wurde die Elías Querejeta Producciones Cinematográficas gegründet, die als Factoría Querejeta (Manufaktur Querejeta) in die spanische Filmgeschichte eingegangen ist. Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch den progressiven Filmreferenten des spanischen Informationsministeriums José María García Escudero prägte Elías Querejeta wesentlich die Entwicklung des Nuevo Cine Español, zu dessen innovativsten Pionieren er zu zählen ist.

Trotz der Hindernisse, die ihm Zensurbehörden in den Weg legten,gelang es Querejeta, kritische und ästhetisch ungewöhnliche Filme zu produzieren. Sie sind oft vom italienischen Neorealismus beeinflusst und setzten sich vom konventionellen komödiantischen und folkloristischen Kino ab. Wiederkehrende Themen sind Religion und Militär, deren Werte und Machtstruktur in Zwischenmenschlichen Beziehungen, im Familienleben und im Wirken gesellschaftlicher Institutionen sichtbar werden. Die subtile Kritik der Filme, die bevorzugt von Detailbeobachtungen ausgehen, konnte die Zensur häufig passieren.

Nichtdestotrotz musste sich auch Querejeta immer wieder gegen Auflagen zur Wehr setzten. Dabei zog er mitunter vor, statt beanstandete Szenen herauszuschneiden, auf Festivaleinreichungen seiner Produktionen zu verzichten. Mit seiner Beharrlichkeit, die mitunter auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu spüren bekommen konnten, ebnete Elías Querejeta einigen der wichtigsten spanischen Regisseuren den Weg zum Aufbruch in der Post-Franco-Zeit. Eine Auswahl von in diesen Zusammenhang bedeutenden Werken versammelt die von Petra Palmer kuratierte und in Zusammenarbeit mit der Spanischen Botschaft und dem Instituto Cervantes entstandene retrospektive La Factoría Querejeta. Elías Querejeta und das spanische Kino, 1963 – 1998.

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